Bürger-Nah 2009

Dem Geheimnis der Sterblichkeit auf der Spur sein – unter diesem Motto stehen die Kursangebote die das Hospiz St. Martin, gefördert von der Bürgerstiftung Stuttgart, einer breiten Öffentlichkeit anbietet.

Die Kurse greifen verschiedene Aspekte dieses Themas auf. Sie geben Hilfestellung in konkreten Fragen der Versorgung und des Umgangs mit Schwerkranken, Sterbenden und Trauernden. Darüber hinaus bieten sie ein Forum für die eigene Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit und all den Fragen, die damit zusammenhängen.
Die einzelnen Themenmodule dauern jeweils drei Abende, so dass genügend Raum für Gespräche und Fragen bleibt. Die Kursleiter und Kursleiterinnen bringen in ihrem jeweiligen Fachbereich große Erfahrung mit.
Die einzelnen Themenmodule bauen thematisch nicht aufeinander auf, können also in beliebiger Reihenfolge unabhängig voneinander besucht werden.


KURS NR. 1: Bedürfnisse sterbender Menschen
Wenn nichts mehr zu machen ist, gibt es noch viel zu tun

Sterben ist ein Teil des Lebens. Sterbende Menschen haben deswegen Bedürfnisse, die sie auch im Leben hatten. Trotzdem werden viele Menschen unsicher, wenn sie schwerkranken und sterbenden Menschen begegnen.
Dieser Kurs möchte Hilfestellung im Umgang mit Sterbenden geben. Die Teilnehmer erhalten grundlegende Kenntnisse über das, was im Sterbeprozess geschieht, und wie sie als Begleiter hilfreich damit umgehen können.

Leitung: Bernhard Bayer, Dipl. Theologe, Referent Kind.Tod.Trauer im Hospiz St. Martin
Termine: 27. Januar, 03. und 17. Februar 2009 jeweils 18.00 - 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 16. Januar 2009


KURS NR. 2: Trauerwege und Trauerwissen
Sich selbst und anderen in der Trauer gut begegnen

Uns selbst und andere in Trauer zu erleben, verunsichert und macht oft hilflos – vor allem dann, wenn die Trauer mehr Zeit in Anspruch nimmt, als wir ihr geben wollen. Fragen tauchen auf: Wie lange dauert das noch? Ist das noch normal? Oft hilft es schon, eigene Erfahrungen auszusprechen oder ein Grundwissen über Trauer zu bekommen, um Trauer als menschlich ganz normale Reaktion auf den Verlust eines geliebten Menschen zulassen zu können. Der Kurs vermittelt ein Grundwissen über Trauer, gibt Raum für Austausch von Erfahrungen und informiert über Unterstützungsmöglichkeiten für Trauernde.

Leitung: Dr. Angelika Daiker, Leitung und Trauerbegleitung im Hospiz St. Martin
Termine: 10., 23. und 31. März 2009
Anmeldeschluss: 27. Februar 2009



KURS NR. 3: Kommunikation mit Sterbenden und ihren Angehörigen
Die Symbolsprache Sterbender und die Möglichkeiten nonverbaler Kommunikation

»Der sterbende Mund müht sich um das richtig gesprochene Wort einer fremden Sprache« (Hilde Domin). Gerade am Lebensende kommt der Kommunikation eine große Bedeutung zu: manchmal über Worte, oft über die Augen, Gesten, Berührungen. Die Alltagsrealität mischt sich mit einer anderen Wirklichkeit. Das verwirrt. Gibt es Möglichkeiten, diese »Symbolsprache« behutsam zu entschlüsseln und auf diese Weise Missverständnisse und Isolierung auf beiden Seiten zu verringern? Anhand von Informationen zur Symbolsprache Sterbender können eigene Erfahrungen in der Begleitung reflektiert werden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten auch im Umgang mit Angehörigen. Der Lebensbeistand für Sterbende kann so immer wieder zur Lebenserfüllung für Pflegende und Begleitende werden.

Leitung: Inger Hermann, Bildungsreferentin, Autorin, seit 1987 in der Hospizarbeit tätig
Termine: 28. April, 04. und 12. Mai 2009 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 17. April 2009


KURS NR. 4: In allem einen Sinn
»Tätig geben wir dem Leben Sinn, aber auch liebend und schließlich leidend…«
(Viktor Frankl)

An drei Abenden wollen wir uns verschiedenen Ansätzen der Logotherapie zuwenden, die eine Sinnlehre gegen eine Sinnleere aufzeigt. Im Mittelpunkt steht die Vorstellung in Theorie und Praxis, sowie die Beschäftigung mit der Narrativen Logotherapie, d.h. mit Geschichten, die in ihrer Aussage sinnvolle Wege aufzeigen.
In einem weiteren Schwerpunkt werden wir miteinander Bilder von Rembrandt betrachten, in denen uns Sinn und Wert in Alter und Krankheit aufscheinen. An allen Abenden ist Raum für persönliche Sinnfragen gegeben.

Leitung: Heidi Josephine Baader , Logotherapeutin, Psychotherapie (HPG)
Termine: 08., 09. und 10. Juni 2009 jeweils 18.00 - 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 07. Juni 2009


KURS NR. 5: Abschiedlich Leben im Alter
Mit der Endlichkeit leben und rechnen ...

An drei Abenden ist Raum für die persönliche Auseinandersetzung mit Abschieden und Endlichkeit im eigenen Leben und im Leben unserer älteren Mitmenschen. Abschied und Endlichkeit werden situationsbezogen und angesichts ihrer perspektivischen Bedeutung für das Leben im Alter aufgegriffen. Durch das Einfühlen in die Situation Betroffener soll die Basis für die Begegnung vertieft werden. Entwicklungsmöglichkeiten – die auch in dieser Lebensphase bestehen– werden gemeinsam erarbeitet und reflektiert. In der Gruppe werden Aspekte der Lebensqualität entwickelt, die in der Auseinandersetzung mit Endlichkeit sowohl für das eigene Leben, als auch in der Begleitung älterer Menschen stärken und stützen.

Leitung: Dr. Annette Riedel, Altenpflegerin, Dipl. Gerontologin
Termine: 07., 08. und 13. Juli 2009 jeweils 18.00 - 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 26. Juni 2009


KURS NR. 6
: Bilder helfen Worte finden
»Wäre es möglich, weiter zu sehen als unser Wissen reicht, vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen. Denn sie sind die Augeblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist, etwas Unbekanntes « (R. M. Rilke)

Dieses Unbekannte begegnet uns bei Verlust- und Trennungserfahrungen sowie im Trauerprozess auf unterschiedlichste Weise und führt oft in die Sprachlosigkeit. Über das kreative Tun können Erlebnisse und Eindrücke auf eine andere Weise zum Ausdruck gebracht werden, als über das gesprochene Wort und führen in eine lebendige und schöpferische Auseinandersetzung.
In diesem Kurs sind sie eingeladen, auf gestalterische Weise diesem Unbekannten mit Farbe und Form zu begegnen. Nach dem Malprozess sind die Teilnehmenden zu einem Austausch über die nun »sichtbar« gewordenen Bilder eingeladen. Malerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Leitung: Barbara Hummler-Antoni, Dipl. Kunsttherapeutin
Termine: 17., 22. und 30. September 2009 jeweils 09.00 - 12.00 Uhr
Anmeldeschluss: 04. September 2009


KURS NR. 7: Was uns wichtig ist
Wie Werte die Haltung zur Endlichkeit prägen

Werte bestimmen unsere Grundhaltungen zu uns selbst, zu anderen, zum Leben und Sterben. Welche Werte leben wir in unserer Kultur, unserer Gesellschaft, aus unserer Herkunft heraus? Welche Werte sind für uns ganz persönlich wichtig und wie bestimmen sie unseren Blick auf die Welt?
Mit Hilfe der Wertimagination nähern wir uns den eigenen inneren Werten, die für uns bedeutend sind. Wir erfahren, dass Werte auch unsere Haltung und unseren eigenen Umgang mit Sterben und Tod prägen und dass die Vielfalt der Bedürfnisse von Menschen in der letzten Lebensphase auch in der Vielfalt ihrer Werte wurzelt.

Leitung:
Kristina Patzak, Dipl. Sozialpäd., Supervision, Referentin für Hospizarbeit im Diakonischen Werk
Annegret Burger, Leitung ambulante Sterbebegleitung Hospiz St. Martin, Ethnologin, Krankenschwester
Termine: 05., 12. und 26. Oktober 2009 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 25. September 2009


KURS NR. 8: Was kommt nach dem Tod?
Zwischen Hoffung und Zweifel

Die Erfahrung des Todes stellt unseren Glauben auf den Prüfstand. Wer bisher fest im Glauben stand, beginnt vielleicht zu zweifeln, wer sich als ungläubig verstanden hat, beginnt nach Gott zu fragen. Trauernde stellen sich die Frage, wo die Verstorbenen jetzt sind, wie sie die Verbindung zu ihnen halten können und ob sie ihnen »im Himmel« – oder wo auch immer – wieder begegnen werden. Der Kurs möchte den Erfahrungen von Nähe und Distanz und der persönlichen Hoffnung auf ein Jenseits Raum geben und setzt sich mit den Bildern und Antworten des christlichen Glaubens auseinander.

Leitung: Annegret Thierhoff, Dipl. Sozpäd., Supervisorin
Dr. Angelika Daiker, Leitung und Trauerbegleitung im Hospiz St. Martin
Termine: 28. Oktober, 10. und 25. November 2009 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 16. Oktober 2009


KURS NR. 9: »O Herr, gib jedem seinen eigenen Tod…« (R. M. Rilke)
Wo ist der beste Platz zum Sterben?

Viele Menschen möchten zuhause in ihrer vertrauten Umgebung sterben. Dies zu ermöglichen ist auch ein vorrangiges Ziel der Hospizarbeit. Um herauszufinden, welches der bestmögliche Ort ist, an dem der sterbende Mensch optimal versorgt und begleitet werden kann, braucht es Informationen, um auch eine gute Entscheidung zu fällen. In diesem Kurs werden Hinweise über ambulante und stationäre Versorgungsstrukturen vermittelt. Daneben werden Entscheidungskriterien erarbeitet, die helfen können, diese Entscheidung bewusst und mit dem Gefühl, das bestmögliche für den Sterbenden getan zu haben, treffen zu können.

Leitung:
Barbara Oppenländer, Württ. Notariatsassessorin, Mediatorin, Referentin Hospiz St. Martin
Marc Kegreiss, Leitung »Soziale Dienste« in der Katholischen Sozialstation und im Hospiz St. Martin
Termine: 03., 04., 16. November 2009 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 25. Oktober 2009