Hospiz St. Martin
Jahnstr. 44-46
70597 Stuttgart
Tel. 0711 – 65 29 07-0
Erfahrungen mit Sterben, Tod und Trauer verunsichern uns. Wenn es uns betrifft, ist es irgendwann das erste Mal und viele fühlen sich dann nicht genügend vorbereitet.
Deshalb bietet das Hospiz St. Martin gemeinsam mit der Bürgerstiftung Stuttgart Seminare an, die Fragestellungen zu Sterben, Tod und Trauern aufgreifen und für alle am Thema Interessierten offen sind und ein Lernfeld bieten.
Die einzelnen Themenmodule dauern jeweils drei Abende, so dass Raum für Gespräche und Fragen bleibt. Die verschiedenen Kursleiterinnen bringen aus ihrem jeweiligen Fachbereich große Erfahrungen mit.
Die sechs Themenmodule bauen thematisch nicht aufeinander auf, können also unabhängig voneinander besucht werden.
Kosten: 30,- Euro pro Modul (für 3 Abende)
Kurs Nr. 1 Schläft ein Lied in allen Dingen
Musik als Ressource im Umgang mit Sterben, Tod und Trauer
Musik berührt uns im Innersten jenseits der sprachlichen Kommunikationsmöglichkeiten. Am Sterbebett und in Trauerzeiten kann sie eine unschätzbare Hilfe sein. Wie können wir den Sterbenden mit unserer Singstimme und der Kinderharfe, (ein kleines, 7-saitiges Instrument) begleiten?
Wie können wir in Trauerzeiten Trost in der Musik, in Bewegung und Gebärde finden? Wir werden einfache Lieder und Melodien spielen, Stimmungen improvisierend instrumental aufgreifen, singen und gesungene Lieder instrumental begleiten, Gebete/Gedichte musikalisch umrahmen, uns zu Musik bewegen und uns in einfachen Gebärden zum Ausdruck bringen. Musikalische Vorbildung ist nicht erforderlich.
Leitung: Dr. Angelika Daiker, Mechthild Laier
Termine: Di 28. Februar, Mo 5. und Mo 19. März 2012 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 15. Februar 2012
Kurs Nr. 2 Kommunikation mit Sterbenden
Die Symbolsprache Sterbender und die Möglichkeiten nonverbaler Kommunikation
Gerade am Lebensende kommt der Kommunikation eine große Bedeutung zu: manchmal über Worte, oft über die Augen, Gesten, Berührungen. Die Alltagsrealität mischt sich mit einer anderen Wirklichkeit. Das verwirrt. Sind wir die Verwirrten oder sind es die Sterbenden? Gibt es Möglichkeiten, diese "Symbolsprache" behutsam zu entschlüsseln und so Missverständnisse und Isolierung auf beiden Seiten zu verringern? Anhand von Informationen zur Symbolsprache Sterbender können eigene Erfahrungen in der Begleitung reflektiert werden. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten auch im Umgang mit Angehörigen. Der Lebensbeistand für Sterbende kann so zur Lebenserfüllung für Pflegende und Begleitende werden.
Leitung: Inger Hermann
Termine: Mo 16. / Di 24. April und 8. Mai 2012
jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 31. März 2012
Kurs Nr. 3: In allem einen Sinn
Logotherapie nach Viktor Frankl
»Tätig geben wir dem Leben Sinn, aber auch liebend und schließlich leidend...« Diesen Satz prägte der Wiener Arzt, Psychiater und Philosoph Viktor Frankl (1905-1997), der Begründer der Logotherapie. Logos wird im Kontext der Logotherapie mit Sinn übersetzt und bedeutet, dass der Mensch seelische Heilung erfahren kann durch den gelebten Sinn, der individuell gefunden wird. Frankl stellt in den Mittelpunkt seiner Therapie das Geistige, ein Novum in der Psychotherapie. An drei Abenden wenden wir uns in Theorie und Praxis verschiedenen Themen der Logotherapie zu. Wichtig ist die Beschäftigung mit der Narrativen Logotherapie, d.h. die Auseinandersetzung mit Geschichten, die in ihrer Aussage sinnvolle Wege weisen. Die Betrachtung von Bildern von Rembrandt können uns Sinn in Krankheit und Alter aufzeigen. An allen Abenden ist Raum für persönliche Sinnfragen.
Leitung: Heidi Josephine Baader
Termine: Mo 4. / 11. und 18. Juni 2012
jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 15. Mai 2012
Kurs Nr. 4 Frühe Verluste, späte Trauer Gesprächsgruppe für Angehörige der Kriegskindergeneration
Im Leben der meisten Menschen, die den Zweiten Weltkrieg als Kinder erlebt haben, gibt es Verluste, die bis ans Ende des Lebens wirken.
Viele haben den Vater, Geschwister oder andere nahe stehende Menschen verloren. Sie fehlen als Vertraute in vielen Lebensphasen. Es ist schwer, mit Menschen, die diese Erfahrungen nicht teilen, über den Schmerz, den diese Leerstellen in der Familiengeschichte verursachen können, zu sprechen. Die Veranstaltung will dem Gespräch darüber einen geschützten Raum geben.
Leitung: Hilke Lorenz
Termine: Di 03. /10. und 24. Juli 2012
jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 18. Juni 2012
Kurs Nr. 5: Zwischen Freude und Leid
Begegnung mit Farben
Ausschließlichkeit schafft Intensität. Sich einer Farbe widmen, heißt, ihrer Bewegung folgen, ihrem Klang lauschen, ihr Wesen erkennen. Wir nähern uns z.B. der Farbe Schwarz über künstlerische Betrachtungen und kommen über verschiedene Malmaterialien in Kontakt mit der Dunkelheit, bzw. der dunklen Farbigkeit oder der Impulsivität, Aggressivität, Weichheit, Melancholie, Traurigkeit, Tiefe, ….. Die Frage stellt sich und wird thematisiert: Wo stehe ich gerade zwischen diesen Farben? Künstlerische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Leitung: Barbara Hummler-Antoni
Termine: Di 25. September und 9. / 23. Oktober 2012 jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 10. September 2012
Kurs Nr. 6 Im gegenwärtigen Augenblick sein Achtsamkeit als Kraftquelle
Achtsamkeit bedeutet, bewusst wahrzunehmen, was im gegenwärtigen Augenblick da ist, ohne es zu bewerten. Gerade im Umgang mit Sterbenden kann eine achtsame Haltung sehr hilfreich sein. Sie ermöglicht, sich selbst und die Menschen, die wir begleiten, bewusst wahrzunehmen und entsprechend zu handeln. Sie hilft, Nicht-Veränderbares zu akzeptieren und Veränderbares zu ändern. Sie ist hilfreich, um in Kontakt und Begegnung zu kommen mit uns selbst und mit den Menschen, die wir begleiten. Die Begleitung von Sterbenden kann so zu einer Kraftquelle werden für beide, die Begleiter und die Betroffenen selbst. Wir wollen Achtsamkeit mit praktischen Übungen kennenlernen und das Erfahrene im Hinblick auf den Umgang mit Sterbenden reflektieren.
Leitung: Dr. Angelika Daiker, Bettina Polle
Termine: Di 13. / 20. und 27. November 2012
jeweils 18.00 – 21.00 Uhr
Anmeldeschluss: 2. November 2012
Bitte bringen Sie eine Matte (zum Liegen), eine Decke und warme Socken mitbringen.